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Weltweit einmaliges Projekt auf silver digital gedruckt: Cicero mit 160.000 individuellen Titelseiten Die „Bilder des Jahres 2007“ nahm das politische Monats- und Autorenmagazin Cicero zum Anlass für eine einzigartige Aktion. Am 22. November erschien die Jahresendausgabe mit 160.000 verschiedenen Titelmotiven. Für ein solches Projekt eignet sich nur der Digitaldruck, der mit dem Papier silver digital und den Digitaldrucksystemen von HP Indigo durchgeführt wurde – der idealen Kombination für Digitaldrucke in Offsetqualität.
160.000 verschiedene Fotos schmücken die Titel der Dezemberausgabe des Magazins Cicero. Zudem werden insgesamt rund 50 Millionen Bilder auf dem Hintergrund der Titelseiten dargestellt, und 160.000 verschiedene Anzeigen eines Automobilherstellers zieren die Rückseiten der Hefte. Der schmale Heftrücken wurde ebenfalls individualisiert, nämlich mit jeweils einem Streifen aus dem monumentalen „Rhein-Bild“ des Düsseldorfer Fotografen Stephan Kaluza. Dieser hatte den Rhein abgewandert und fotografiert, woraus er schließlich ein Panorama von 4 km Länge erstellte. Jeder Leser erhält somit ein einmaliges Exemplar, das sogar einzeln nummeriert ist.
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Eines der 160.000 "Bilder des Jahres", die den Titel der Jahresendausgabe von Cicero zieren. Das Motiv 78900 zeigt ein Kreuz mit dem Kölner Dom im Hintergrund. Auf allen Ausgaben zusammen sind weitere rund 50 Millionen Fotos in klein dargestellt. |
„Letztendlich haben wir etwas geschaffen, das es so noch nicht gegeben hat. Cicero zeigt damit auch, wie aufregend Print in unserer elektronisch geprägten Zeit sein kann“, so Martin Paff, Geschäftsführer der Ringier Publishing GmbH.
In der ungewöhnlichen Aktion des Magazins erkennt der Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx einen avantgardistischen Gesellschaftstrend: „mass customisation“, also massenhafte Individualisierung. Diese Tendenz zur Personalisierung und Individualisierung bei Drucksachen hat das Werk Reflex schon vor einiger Zeit erkannt und Spezialpapiere für den Digitaldruck – die silverpapers – entwickelt. silver digital ist speziell für den Einsatz auf HP Indigo Druckmaschinen konzipiert. Und da das Projekt auf HP Indigo-Maschinen gedruckt wurde, war silver digital die erste Wahl für diese besondere Cicero-Ausgabe. Das Papier erzielt qualitativ hochwertige Druckerzeugnisse mit konstant scharfen Abbildungen bei brillanter Farbwiedergabe.
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Die Magazintitel wurden im Digitaldruck auf silver digital erstellt. |
Die Idee der Individualisierung des Magazins wurde sogar noch gesteigert, indem 11.000 Entscheider aus Politik, Wirtschaft, Medien und Marketing jeweils ein Exemplar in ihrem Briefkasten fanden, das ein Bild des Empfängers zeigte. Darüber hinaus können die Leser ein Exemplar bestellen, das ihr persönliches Titelfoto zeigt. Diese Unikate sind jedoch auf 500 Exemplare limitiert.
Mehrere Partner unterstützten den Ringier-Verlag bei der Verwirklichung dieses Projektes: die Nachrichtenagentur Reuters, Hewlett-Packard, Adobe, CeWe Color, das Werk Reflex, die Druckerei Neef+Stumme, der Druckveredler Thomas Glawion und der Litho-Partner Appel Grafik.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.cicero.de/160000bilder
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160.000 Unikate: die Cover der Dezemberausgabe 2007 des Cicero. |
Interview mit Martin Paff, Geschäftsführer der Ringier Publishing GmbH

Herr Paff, was hat Sie zu diesem besonderen Projekt inspiriert?
- Am Anfang stand eine kaputte Kaffeemaschine und drei Tage aufgeregte Diskussion unter den Mitarbeitern, wie dieses größte Unglück der Menschheitsgeschichte in den Griff zu bekommen sei. Ich wollte dann unsere Kräfte gern mal wieder auf wirklich wichtige Aufgaben lenken und die gleiche Energie lieber in ungewöhnliche Projekte.
Auf die schnell gestellte Frage, was denn in „Print“ überhaupt noch ungewöhnlich sein könne, kam als Antwort die totale Individualisierung eines Magazinumschlags in nennenswerten Auflagengrößen, bei uns also 160.000 Exemplare. Und als dann noch klar wurde, dass das so wohl noch niemand weltweit gemacht hatte, wussten wir, was wir in den kommenden Monaten umsetzen wollten.
In seinem Artikel „Die Me-Volution“ spricht der Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx von dem avantgardistischen Gesellschaftstrend der „Mass customisation“. Wie sehen Sie diese Entwicklung hin zur massenhaften Personalisierung?
- Nun, für die Zukunft sind ja die Trendforscher zuständig. Ob die massenhafte Individualisierung nicht bereits heute im Internet möglich oder gegeben ist, sei einmal dahingestellt. Print gilt hier sicher nicht als erster Vorreiter, einfach auch weil die Technik recht teuer und die Anwendungsfälle begrenzt sind. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir ab 2008 häufiger personalisierte Print-Produkte im Premium-Segment erleben werden. Und wenn wir mit Cicero und dieser besonderen Ausgabe einen kleinen Startschuss abfeuern konnte, würde mich das freuen.
Inwiefern wird Cicero diesem Trend auch zukünftig Rechnung tragen?
- Bereits heute überlegen wir uns Produkte im Vermarktungsumfeld, wie wir personalisierte Kommunikation mit Multiplikatoren ermöglichen können. Sicherlich werden wir jetzt nicht jeden Monat das gesamte Heft individualisieren, aber vom Mondflug blieb ja auch immerhin die Teflon-Pfanne.
Solche individualisierten Drucksachen lassen sich nur im Digitaldruck fertigen. Wie beurteilen Sie die Qualität des Digitaldrucks im Vergleich zu traditionellen Druckverfahren?
- Die Qualität ist super! Wir hatten umfangreiche Farbprofilausmessungen sowie Andrucke vorgenommen und konnte nicht nur die eigenen, bei Cicero übrigens sehr hohen Ansprüche treffen, sondern auch die unseres Kunden BMW. Denn die 160.000 BMW-Motive hatten wir stellvertretend für den Kunden gefertigt. Und im Automobilbereich, besonders aber auch bei BMW, herrschen die wohl größten Anforderungen an den Qualitätsdruck vor.
Haben Sie schon vorher Projekte im Digitaldruck realisiert?
Für den Druck der Jahresendausgabe wurde das Papier silver digital eingesetzt. Warum haben Sie dieses Papier gewählt?
- Wir brauchten ein hochqualitatives Papier mit hoher Druck- und Verarbeitungsstabilität bei hervorragender Abbildungsqualität. Das Projekt musste ja jedem Vergleich mit dem Qualitätsoffset standhalten. Für die anschließende UV-Lackierung der digitalen bedruckten Bögen haben wir noch einmal separate Papiertests vorgenommen, was insofern gut war, als dass wir uns so für die stabilere UV-Siebdrucklackierung entscheiden konnten.
Welchen Rat würden Sie jemandem geben, der Projekte dieser Art im Digitaldruck durchführen möchte?
- Unsere Erkenntnis ist, dass man – aus der Premium-Offset-Welt kommend – definitiv intensive Sondierungen vornehmen muss, da es Eigenheiten gibt, die beherrschbar sind, aber nur wenn sie aktiv beachtet werden. Die Standardisierung ist noch nicht so weit, wie wir es uns gewünscht hätten. Für ein solch umfangreiches Projekt wie die Cicero-Jahresendausgabe braucht man auch verlagsseitig Experten-Knowhow.
Fotos: Andrej Dallmann, Cicero |